Wilhelma „Terra Australis“
Stuttgart
Revitalisierung
Umbau im Bestand
Sonderbauten
Wilhelma, Zoologisch-Botanischer Garten, Stuttgart
Stuttgart
Bauüberwachung
Bauwerkserhaltung
Objektplanung
Tragwerksplanung
abgeschlossen
Mit dem Projekt Terra Australis entstand in der Wilhelma Stuttgart ein zukunftsweisender Lebensraum für außergewöhnliche Tierarten aus Australien. Das ehemalige Menschenaffenhaus, das bei seiner Eröffnung im Jahr 1973 als eine der modernsten Anlagen weltweit galt, wurde über rund vier Jahre hinweg umfassend umgebaut und neu konzipiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie ein bestehendes Gebäude sinnvoll weitergenutzt werden kann. Statt Abriss und Neubau entschied man sich für die nachhaltige Rekonstruktion des Bestandsgebäudes. Ziel war es, möglichst viel vorhandene Bausubstanz zu erhalten und gleichzeitig neue, recyclebare Materialien einzusetzen, die auch künftig wiederverwendet werden können.
So entstand unter anderem das größte Koalahaus Europas – mit höchsten Anforderungen an Klima, Technik und Versorgung. Da Koalas ausschließlich frische Eukalyptusblätter fressen, wurde auf dem Dach des Sozialgebäudes ein rund 320 Quadratmeter großes Gewächshaus errichtet, in dem etwa 100 Eukalyptusbäume heranwachsen. Dadurch kann die Wilhelma stets Futter für mehrere Tage vorhalten. Ein besonderes nachhaltiges Merkmal der Terra Australis ist die Eigenwasserversorgung: Regenwasser von den Dachflächen wird gesammelt, in Zisternen gespeichert und für die Bewässerung der Pflanzen sowie zur Gebäudekühlung genutzt. Moderne Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung tragen zusätzlich zu einem effizienten und ressourcenschonenden Betrieb bei. Mit Terra Australis wurde ein traditionsreiches Gebäude in eine moderne, nachhaltige Tieranlage verwandelt – sensibel im Umgang mit dem Bestand, technisch auf dem neuesten Stand und konsequent auf die Bedürfnisse der Tiere ausgerichtet.